Mittwoch, 01 Juli 2015 15:09

Distributions-Newcomer Beta Solutions startet gut

Während andere die Segel streichen, macht man in Krefeld sein Schiff gerade hochseetauglich: Beta Solutions wagte 2012 als Spätstarter den Einstieg in die Supplies-Distribution.

Wichtigstes Pfund von Firmengründer Ralf Schmitz ist sein erfahrenes Team: Nahezu alle Mitarbeiter kommen aus der Branche und wissen sehr genau um die Chancen und Tücken der Distribution. Nach dem stürmischen Wachstum der ersten zweieinhalb Jahre gilt es jetzt, professionelle Strukturen aufzubauen und die Grundlage für ein langfristig gesundes Wachstum zu legen.

BETA SOLUTIONS - Es gehört zweifelsohne eine große Portion Wagemut dazu, wenn man als Newcomer heutzutage ins Distributionsgeschäft einsteigt: So sind infolge des anhaltenden Margendrucks in den letzten Jahren gleich mehrere namhafte Distributoren der Konsolidierung in der Branche zum Opfer gefallen. Ralf Schmitz hat sich davon nicht abschrecken lassen: „Der Kuchen ist nach wie vor sehr groß. Er wird nur anders verteilt.“ 2012 gründete der distributionserfahrene Branchenkenner in Krefeld die Beta Solutions GmbH als Großhändler für Hardcopy-Supplies (ca. 80 %) und Hardware. Als Finanzinvestor konnte er die Saks Capital Group gewinnen. Im Rückblick kann man den Start als gelungen bezeichnen. „Wir haben uns schnell einen guten Namen gemacht“, erklärt Schmitz. Das hatte zur Folge, dass die meisten der neuen Mitarbeiter aktiv auf ihn zugekommen seien. „Mehr als drei Viertel des Teams kommen aus der Branche und bringen viel Erfahrung mit.“ Ideale Voraussetzungen für den Aufbau des Unternehmens, die sich in extrem hohen Wachstumsraten in der Anfangsphase widerspiegeln. Bereits im ersten vollen Geschäftsjahr 2013 wurden Umsatzerlöse von 6 Mio. Euro eingefahren.

2014 wurden 10 Mio. Euro budgetiert – am Jahresende hatte man das Ziel um 140 % übertroffen und schloss mit 24 Mio. Euro ab. Und auch fürs laufende Geschäftsjahr steht mit einem Ziel von 37 Mio. Euro (+ 54 %) wieder ein sehr ambitioniertes Ziel in den Büchern. Den Kapitalgeber Saks Capital dürften diese Zahlen freuen. Schmitz: „Wir haben schon jetzt bewiesen, dass Beta Solutions ein gutes Investment ist.“

DAS GALOPPIERENDE PFERD ZÄHMEN

Dass man dieses stürmische Wachstum der Anfangszeit nicht dauerhaft fortschreiben kann, dessen ist sich Schmitz natürlich bewusst: „Das galoppierende Pferd muss jetzt gezähmt und in die  richtigen Bahnen gelenkt werden.“ Konkret bedeutet das, tragfähige Strukturen einzuziehen, den „hemdsärmeligen“ Modus zu verlassen und dafür professionelle Prozesse aufzubauen.  Konkretes Beispiel dazu: Lautete die Devise im Vertrieb bis dato „just do it“, so sollen in Zukunft dezidierte Mitarbeiter jeweils für unterschiedliche Kundengruppen bzw. Vertriebskanäle zuständig sein. „Unser Ziel ist ein langfristig gesundes Wachstum“, so der Firmengründer und Geschäftsführer, „und dafür brauchen wir professionelle Strukturen und schlanke Prozesse mit einem  möglichst hohen Automatisierungsgrad“. Konkret hat man in Krefeld einen technikerfahrenen Mitarbeiter nur für Reklamationen abgestellt: Diese werden von Distributoren oft stiefmütterlich behandelt – für Fachhändler ist es aber entscheidend, dass sie bei Retouren einen verlässlichen Partner im Rücken haben. Gerade im Aufbau ist eine Controlling-Abteilung, die für ein möglichst hohes Maß an Transparenz bei sämtlichen Prozessen sorgen soll. Auch das Mahnwesen soll in Zukunft inhouse angesiedelt werden: Bislang bedient sich Beta Solutions eines Full-Service- Factorings. In Vorbereitung ist der Aufbau eines B-to-B-Webshops für die Handelskunden. Zurückhaltend ist Ralf Schmitz bislang beim Thema Managed Print Services: Der MPS-Markt biete der Distribution zwar durchaus interessante Möglichkeiten, doch für sein Unternehmen hätten andere Themen zurzeit eine deutlich höhere Priorität. „Schuster bleib bei deinen Leisten.“

OHNE FREUNDLICHE OEM-ZUWENDUNGEN WIRD ES SCHWIERIG…

Das mittelfristige Ziel dieser Professionalisierung liegt auf der Hand. Schmitz: „Wir streben Direktverträge mit den wichtigsten OEMs an.“ Bislang bedient man sich bei Beta Solutions anderer Distributoren als Bezugsquelle. Doch auf lange Sicht hat dieser Subdistributions- Status klare Nachteile – alleine, ohne die „Zuwendungen“ der Druckerhersteller in Form von Boni und WKZ auskommen zu müssen, ist auf Dauer eine echte Herausforderung. Es gibt zwar einige Supplies-Distributoren im Markt, die sich über viele Jahre mit „Trading“ über Wasser gehalten haben – für Schmitz ist das allerdings keine Option. „Wir wollen langfristig ein solides Distributionsgeschäft mit direktem Kontakt zu den OEMs aufbauen.“ Wichtiger Baustein dafür sind ein Ausbau des Produktportfolios sowie eine regionale Expansion jenseits der deutschen Landesgrenzen. „Wir wollen und müssen mehr in die Breite gehen.“ Das gilt auch für den Vertrieb. Bislang steht der Fachhandel klar im Fokus, doch ab diesem Jahr soll auch der Retail-Kanal Schritt für Schritt aufgebaut werden. Der Vertrieb läuft überwiegend über Telesales. Hilfreich für das Sales-Team war der diesjährige Paperworld- Auftritt im Bereich Remanexpo. „Das war für unser junges Unternehmen eine ideale Möglichkeit, um Gesicht zu zeigen und Beta Solutions dem Markt zu  präsentieren.“ Grundsätzlich ist ein gut aufgestellter Vertrieb für Schmitz zwar wichtig, noch entscheidender ist nach seiner Einschätzung allerdings der Einkauf: „Das Heil in der Distribution liegt im Einkauf.“

 

STÜRMISCHES WACHSTUM
 
Die Beta Solutions GmbH wurde 2012 von Ralf Schmitz als Großhändler für Hardcopy-Supplies (ca. 80 %) und Hardware in Krefeld gegründet. Kapitalgeber ist die Saks Capital Group. Schon im ersten vollen Geschäftsjahr 2013 wurden Umsatzerlöse von 6 Mio. Euro eingefahren, 2014 waren es bereits 24 Mio. Euro. Jetzt steht der Aufbau professioneller Strukturen im Vordergrund, um langfristig stabil wachsen zu können. Die Mehrzahl des heute 22-köpfigen Teams besteht aus langjährigen Branchenkennern, die von ehemaligen Mitbewerbern (u. a. ACI Supplies, sowie Winterholt & Hering) zu Beta Solutions gewechselt sind. Neben der Zentrale in Krefeld gibt es noch Vertriebsniederlassungen in Maastricht (Fokus auf Export), Bad Oldesloe und München. Das Zentrallager in Krefeld ist 1.500 qm groß.

Quelle: Digital Imaging, Ausgabe 3-2015, Seite 36-38

Letzte Änderung am Freitag, 31 Juli 2015 16:06
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